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Wie lebt das vergangene Jahr in Dir?

Eine Rückschau mit Deinen empfundenen Wahrnehmungen, um mit Klarheit und Sorgfalt voranzuschreiten.



Bis wir hier ankommen - E-Mails summen, Projekte kommen rein, Teams halb im Sprint und halb im Ausatmen - hat sich das Jahr bereits in uns hineingewoben. Es zeigt sich in der Art, wie sich deine Schultern heben, wenn dieser Slack-Ton erklingt, in der Wärme, die nach einem wirklich guten Kundengespräch zurückbleibt, in dem stillen Stolz, der sich einschleicht, wenn du dich daran erinnerst, was du geschultert hast. Tabellen können uns einen Teil der Geschichte erzählen. Dein Körper und deine Beziehungen bewahren den Rest.


Das ist eine Einladung, das Jahr von innen heraus abzuschließen. Die Erfahrung, die du gelebt hast, zur Weisheit werden zu lassen, mit der du führst. Nicht härter voranzugehen, sondern wahrhaftiger.



Warum der Körper zur Strategie gehört


Dein Nervensystem hat alles bemerkt. Es hat die Momente aufgezeichnet, in denen sich Dein Kiefer anspannte, wenn die Zeit verflog, wenn ein Meeting Dich seltsam schwermütig zurückließ. Das sind Daten, denen Du vertrauen kannst.


Entscheidungen, die Bestand haben, sind nicht nur intelligent; sie sind bewohnbar. Wenn eine Wahl zu Deinen Werten und Deinem Atem passt, hört die Umsetzung auf, ein Mühsal zu sein.


Teams finden schneller gemeinsame Nenner, wenn sie ihr Körpergefühl frühzeitig zum Ausdruck bringen. Weniger Kreisen, mehr "ja, das ist es."


Hier ist ein anderer Weg für Dich und Euer Team, falls Du möchtest, das Jahr zu reflektieren und vorauszuschauen.

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Die "Gefühltes-Jahr" Review


⏱️ Zeit: 45–75 Minuten


Verwende es allein oder mit Deinem Team. Bringe einen Stift, ein Stück Papier und ein wenig Freundlichkeit mit.


Wenn Du in einer Gruppe bist, hilft ein einfacher Rahmen: ein Timer, ein Check-in, Telefone mit dem Bildschirm nach unten.


Teil 1 — Ankommen und Wahrnehmen (5 Minuten)


Setze dich so hin, dass es sich anfühlt, als könntest du tatsächlich einen Moment bleiben. Füße auf dem Boden. Lass deine Ausatmungen etwas länger sein als deine Einatmungen, drei Mal.

Scanne leicht. Kopf, Kiefer, Hals, Schultern, Brust, Bauch, Rücken. Nichts korrigieren. Einfach nur "hallo".


Gib deinem Jahr ein Bild, eine Textur, etwas Wetter. „Dieses Jahr in mir fühlt sich an wie..." Lass den ersten Satz kommen, ohne es zu bearbeiten. Schreib ihn auf, bevor dein innerer Kritiker sich räuspert.


Teil 2 — Das Jahr auf Deinem Körper abbilden (10–15 Minuten)


Zeichne einen einfachen Körperumriss. Kein Kunstpreis erforderlich. Platziere das, was Du erlebt hast, wo Du es spürst. Verwende die folgenden Linsen oder nutze Deine eigenen.


  • Erfolge, die Dich gewärmt haben. Markiere mit einer kleinen Sonne und einem Wort. „Launch-Freude — Brust."

  • Herausforderungen, die Dich gestärkt haben. Markiere mit einem Berg. „Neue Rolle — Beine."

  • Belastungen, die Dich gekostet haben. Markiere mit einem Tropfen. „Überarbeitungsschleifen — Schläfen."

  • Beziehungen, die Dich genährt haben. Markiere mit einem Blatt. „Ops-Duo — Rücken."

  • Grenzen, die Du verpasst hast. Zeichne eine dünne, poröse Linie, wo es sich undicht anfühlt. „Scope Creep — Bauch."


Lehne Dich zurück und schaue. Lass das Bild sprechen, bevor Du es erklärst. Welche Geschichte entsteht, die Deine KPIs nie erzählt haben?


Teil 3 — Drei sanfte Blickwinkel, um das Bild zu vertiefen (15–20 Minuten)


Werte-Übereinstimmung

  1. Kreise ein, was mit dem übereinstimmt, wofür Du stehst oder was Dir wichtig ist, auch wenn es schwer war.

  2. Rahme ein, was vielleicht auf dem Papier oder in der Vorstellung gut aussah, aber in deinem Bauch quer lag.


Nimm wahr, ohne zu bewerten: Welcher Wert möchte im kommenden Jahr mehr Platz einnehmen?


Energie-Ökonomie

  1. Benenne zwei Tätigkeiten, die dir mehr Kraft gegeben haben, als sie dich gekostet haben, unabhängig davon, wie viel Zeit sie in Anspruch genommen haben.

  2. Nenne zwei, die dich ermüdet haben, selbst wenn sie zügig vorbei waren.


Wenn Energie Deine Währung wäre, wo würdest Du investieren und was würdest Du um nur 20% reduzieren?


Lernränder

  1. Vervollständige diese Sätze: „Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich… kann." und „Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich nicht mehr… will"

  2. Beschreibe eine Fähigkeit, die sich unauffällig entwickelt hat, und eine, die du vernachlässigt hast.


Wo liegt jene Grenze, die sich lebendig anfühlt und nicht wie eine Bestrafung wirkt?


Teil 4 — Eine kurze Unterhaltung mit dem Jahr (8–10 Minuten)


Es mag ungewohnt erscheinen, doch es bringt eine überraschende Klarheit. Falls es möglich ist, sprich Deine Fragen laut aus – selbst wenn Deine Stimme leise bleibt.


  • Frag das Jahr: „Was wolltest Du mich lehren?“

  • Das Jahr antwortet: Warte den ersten klaren Gedanken ab. Notiere ihn, bevor du ihn deuten willst.

  • Frag dann: „Was soll ich hinter mir lassen?“

  • Das Jahr spricht: Höre aufmerksam zu. Halte den Gedanken fest, auch wenn er sich schwierig anfühlt.

  • Frag weiter: „Welchen Samen hast Du gesetzt, den ich jetzt pflegen und wachsen lassen soll?“

  • Das Jahr teilt Dir vielleicht ein Bild oder einen Impuls mit – nimm ihn wahr und verbinde Dich mit ihm.


Wenn Du diese Übung in einer Gruppe machst: Tut es schweigend. Am Ende gibt jede Person EIN einziges Statement weiter – ohne Korrekturen, ohne Diskussionen. Nur respektvolles Zuhören und ein einfaches „Danke“.


Teil 5 — Lass Gefühl zu Vorwärtsbewegung werden (10–15 Minuten)


Übersetze das, was Du wahrgenommen hast, in Schritte, die sich freundlich und machbar anfühlen. Denke an kleine Schritte statt an heroische Sprünge.


Beibehalten. Zwei nährende Praktiken, die Du fortsetzen wirst. Z.B. "90-Minuten-Fokusblöcke Di/Do.", "Wöchentlicher Kundentermin."


Streichen. Zwei Belastungen, die Du stoppen oder sanft um 20% reduzieren wirst. Z.B. "Kein Folien-Polieren nach v2.", "Meetings ohne Agenda ablehnen."


Erschaffen. Ein Ritual, das Deine Werte verankert. Z.B. "Monatliche 'Entscheidungsretrospektive', um zu bemerken, wann wir unser Bauchgefühl übergangen haben."


Verpflichtungen. Drei Sätze, die mit "Ich werde..." beginnen, einschließlich Verhalten und Rhythmus. Z.B. "Ich werde zwei meetingfreie Vormittage pro Woche schützen."


Bezeugen. Teile diese mit einem Kollegen/einer Kollegin oder Deinem Team (oder Partner/Freund, wenn Du es für Dich selbst machst). Bitte sie, den Wert zu reflektieren, den sie in Deinen Entscheidungen hören, damit Du Dein eigenes Warum spüren kannst.


Optionaler Team Circle (30–60 Minuten)


Runde 1: Jede Person teilt in einer Minute mit: „Dieses Jahr fühlt sich in mir an wie..." Die Gruppe antwortet nur mit „Danke."


Runde 2: Jeder bringt etwas mit: Bewahren, Verändern, Kreieren. Pro Person eine interessierte, nicht lenkende Frage, danach ein schlichtes "Danke."


Abschluss: Jeder nennt eine Wertschätzung für das Team in diesem Jahr und eine Eigenschaft, die er ins nächste Jahr einbringen möchte.


Ein kleines Beispiel


Bild: „Ein Fluss nach dem Regen—schlammig, fließend, lebendig."


Körper-Karte: Sonne in der Brust (Kundengeschichten). Tropfen an den Schläfen (späte Genehmigungen). Berg in den Beinen (erste Moderation All-Hands). Blatt am Rücken (Ops-Partner).


Werte-Passung: Starke Ausrichtung auf Lernen und Service; Reibung mit Einfachheit.


Energie-Ökonomie: + Kundennotizen schreiben; + 1:1-Coaching; – Präsentationen verfeinern; – Ad-hoc-Statusanrufe.


Die Botschaft von diesem Jahr: "Vertraue dem einfacheren Weg." Lass zurück: "Expertise zur Schau stellen." Gieße: "Räume für echte Gespräche."


Schritte: Wöchentliche Kundengespräche beibehalten. Folien-Feinschliff nach v2 streichen. Monatliche "einfach-zuerst" Bewertung erstellen. Sich zu zwei besprechungsfreien Vormittagen verpflichten.



Es sich setzen lassen, es führen lassen


Nach der Übung gib Deinen Notizen etwas Luft. Schließe das Notizbuch. Mache einen kurzen Spaziergang oder bereite Dir eine Tasse Tee zu. Bemerke, was zurückbleibt, wenn Du aufhörst zu versuchen, alles festzuhalten. Oft zeigt sich der klarste Faden in der Stille nach dem Handeln.


Wenn Du mit einem Team arbeitest, sende ein einfaches Dankeschön an die Gruppe und nenne eine Sache, die Du mitnimmst.


Wähle dann einen sanften Rhythmus, um Deine Erkenntnisse lebendig zu halten. Zwei einfache Rhythmen funktionieren oft gut:


  • Ein 20-minütiges wöchentliches "Behalten/Streichen/Erschaffen"-Gespräch für den ersten Monat des neuen Jahres. Ein Fokus jede Woche, eine kleine Anpassung vereinbart und geschützt.


  • Eine monatliche "Entscheidungsrückschau", bei der Du eine Entscheidung, die sich im Körper gut anfühlte, und eine, die das nicht tat, noch einmal betrachtest und verfeinerst, wie ihr gemeinsam entscheidet.


Du könntest auch Deine Ein-Wort-Qualität in etwas übersetzen, das Du berühren kannst. Wenn Dein Wort Beständigkeit ist, trage es als Grenze in Deinen Kalender ein. Wenn es Spiel ist, gib Dir ein Meeting pro Woche, bei dem Experimentieren explizit das Ziel ist. Wenn es Weiträumigkeit ist, plane Freiraum vor wichtigen Entscheidungen. Mache das Wort operativ, damit es Dich tragen kann, wenn die Willenskraft nachlässt.


Lade Verbündete ein. Teile Deine Verpflichtungen mit einer Kollegin / einem Kollegen, die/der Dich freundlich anstoßen und kleine Erfolge feiern kann. Rotiert diese Rolle jedes Quartal in Eurem Team. Das verwandelt persönliche Einsicht in geteilte Kultur, einen sanften Anstoß nach dem anderen.


Und denke an das Tempo. Echter Wandel reist gerne mit dem Atem. Wenn Du merkst, dass Du zurück in die alte Spur sprintest, halte inne und kehre zur gefühlten Körper-Karte zurück. Frage dich: "Was würde diesen Schritt 10% freundlicher und 10% klarer machen?" Dann tue das.



Ein Segen für den Übergang


Bevor wir den nächsten Schritt gehen, lasst uns innehalten und dem Jahr Achtung schenken, das durch dich hindurch gewirkt hat. Den späten Nächten, die einen Raum für Träume schufen, und den frühen Morgenstunden, die neue Wege erhellten. Dem Mut, der dich Ja sagen ließ, wenn es wichtig war, und der leisen Weisheit, die dich Nein an der richtigen Stelle wählen ließ. Den Gesprächen, die dich still ein Stückchen mehr heilten. Den Rückschlägen, die sich leise und voller Geduld in wertvolle Erfahrungen verwandelten. Möge das Schwere seinen Frieden finden, und das Schöne für dich leuchtend bewahrt bleiben.


Einwärts. Mögest du immer wieder spüren, wie der Boden unter deinen Füßen trägt. Möge dein Atem die Eile hinter sich lassen, bevor sie dich erreicht. Vertrau in die Sprache deines Körpers – das Gefühl der Wärme, das leise „Ja, genau hier" flüstert, und die anhaltende Spannung, die dir rät: „Vielleicht besser nicht.“ Mögen deine Werte klar und lebendig werden, nicht mehr nur wie ein Gedanke weit entfernten Ursprungs, sondern als gegenwärtiger Herzschlag. Und mögest du dir selbst mit der selben Sanftheit begegnen, die du anderen schenkst, vor allem dort, wo deine Ecken und Kanten noch im Werden sind.


Aufwärts. In den nächsten Schritten mögest du deiner innersten Wahrheit begegnen und dich von ihr leiten lassen. Mögen dir Worte der Klarheit geschenkt werden, die du nicht nur sagst, sondern voll und ganz leben kannst. Möge deine Energie gezielt fließen, deine Begegnungen und Teams geborgen sein und deine Ideen Raum finden, um in ihrem Tempo zu wachsen. Lass Einfachheit neben dir Platz nehmen und deine Umgebung durchwärmen. Und möge die Arbeit, die durch dich entsteht, etwas so Wertvolles berühren, dass du mit Stolz deinen Namen darunter setzt.


Wenn du soweit bist, leg eine Hand auf dein Herz und die andere sanft auf deinen Bauch – und spüre.


Danke dem Jahr für das, was es aus Dir gemacht hat. Danke Dir selbst für das, was Du daraus gemacht hast. Dann blicke auf die erste Woche des neuen Jahres und wähle eine kleine Handlung, die Dein Wort verkörpert. Trage sie in Deinen Kalender ein, beschütze sie wie ein Versprechen, und lass sie der erste Schritt eines Jahres sein, das von innen wächst und dahin reicht, wo es hingehen soll.


Vorwärts...

Bastian


 
 
 

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